Der Roborock Qrevo S ist ein Saug-Wisch-Roboter mit Reinigungsstation, der inzwischen deutlich günstiger zu haben ist als zum Marktstart. Er navigiert per Laser, hat rotierende Mopps und eine Station, die Absaugung, Moppwäsche und Trocknung übernimmt. Hier steht, was er im Alltag kann und wo Abstriche nötig sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Starke Saugleistung auf Hartböden und Teppich, bei sehr hohem Flor stößt er an Grenzen
- Zwei rotierende Mopps (200 U/min), die sich auf Teppich um 1 cm anheben
- Station saugt ab, wäscht die Mopps (kalt), trocknet sie mit Heißluft und füllt Wasser nach
- Ohne ausfahrbare Seitenbürste oder Mopp bleibt am Rand Schmutz liegen
- Hinderniserkennung hilfreich, aber nicht verlässlich: Kabel und Kleinteile werden gelegentlich überfahren
- Klettert nur kleine Schwellen, für Altbauten mit hohen Übergängen weniger geeignet
- Gute App mit Karte, Räumen und Sperrzonen, Preis ab etwa 400 €
Technische Daten
Lieferumfang und Aufbau
Roboter und Station sind schnell aufgestellt. Die Station übernimmt mehr als das Laden: Sie saugt den Staubbehälter ab, wäscht die Mopps, trocknet sie und füllt den Roboter-Wassertank. Sie ist kompakter als beim Vorgänger. Plane trotzdem eine Steckdose und eine freie Fläche an der Wand ein.
Einrichtung und App
Die Roborock-App gilt als ausgereift und benutzerfreundlich. Sie zeigt eine detaillierte Raumkarte, teilt Räume automatisch auf und erlaubt Sperrzonen, virtuelle Wände sowie eigene Einstellungen für Saugkraft und Wischintensität pro Raum. Zusätzlich steuert sie die Funktionen der Station und zeigt Wartungshinweise an.
Navigation und Hinderniserkennung
Die Laser-Navigation erstellt eine genaue Karte. Der Roboter startet am Rand des Raums und arbeitet sich in geraden, überlappenden Bahnen zur Mitte vor. Die Hinderniserkennung (Reactive Tech) erkennt vieles, stupst aber erkannte Objekte teils an und übersieht Kabel. Der Qrevo S Pro mit gleicher Technik überfuhr im Test Kleinteile und ließ sich auch durch geänderte Empfindlichkeit nicht verbessern. Räum den Boden deshalb vor dem Start auf.
Saugen: Hartboden, Teppich, Haare
Mit 7.000 Pa erreicht der Qrevo S sehr gute Ergebnisse auf Hartboden und Teppich. Nur auf besonders hochflorigem Teppich lässt er nach. Eine Testwertung nennt dagegen schwache Staub- und Haaraufnahme auf Teppichen. Plane bei vielen Teppichen oder langem Flor deshalb ein stärkeres Modell ein.
Wischen
Die Mopps drehen sich mit 200 Umdrehungen pro Minute und werden mit Druck auf den Boden gepresst. Im Test entfernten sie Kaffeeflecken und Ketchupspritzer komplett, vorausgesetzt die Schmutzmenge ist nicht zu groß. Erkennt der Roboter Teppich, hebt er die Mopps automatisch um 1 cm an, damit der Flor trocken bleibt.
Kanten, Schwellen und Möbel
Da weder die Seitenbürste noch der Mopp ausfahren, bleibt an Wänden und Fußleisten etwas Schmutz zurück. Mit 9,6 cm passt der Roboter unter viele Möbel. Hohe Schwellen schafft er nicht, beim Schwestermodell Qrevo S Pro lag die Grenze bei etwa 2 cm.
Station, Wartung und Lautstärke
Die Mopps werden mit Kaltwasser gewaschen und anschließend mit warmer Luft getrocknet. Das dauert einige Stunden und ist hörbar, verhindert aber Gerüche. Beim Absaugen des Staubbehälters wird es für etwa 15 Sekunden so laut wie ein großer Staubsauger. Die Waschschale der Station lässt sich herausnehmen und sollte spätestens alle paar Durchgänge gespült werden, weil dort Schmutz zurückbleibt. Zu den Folgekosten zählen Staubbeutel, Mopps und Filter.
Vorteile und Nachteile im Überblick
- ✓Starke Saugleistung auf Hartboden und Teppich
- ✓Mopps entfernen auch hartnäckige Flecken
- ✓Mopps heben sich auf Teppich automatisch an
- ✓Vollautomatische Station mit Absaugung, Waschen und Trocknen
- ✓Ausgereifte App mit Räumen, Zonen und Sperrzonen
- ✓Flach genug für viele Möbel (9,6 cm)
- ✓Etwa 140 m² mit einer Ladung
- ✓Günstig für die Ausstattung
- ✗Hinderniserkennung nicht verlässlich
- ✗Kein ausfahrbarer Mopp oder Seitenbürste, Schmutz an Rändern
- ✗Hochflorteppiche und Schwellen sind Schwächen
- ✗Moppwäsche nur mit Kaltwasser
- ✗Absaugen in der Station laut
- ✗Waschschale braucht regelmäßige Reinigung
- –Reinigungsstation etwas kompakter als beim Vorgänger
- –Mopp-Trocknung dauert einige Stunden
- –Tests bewerten Teppichleistung unterschiedlich
- –Preis in Aktionen schwankend
Für wen lohnt sich das Gerät?
Der Qrevo S passt zu Haushalten mit überwiegend Hartboden, die viel Automatik zum fairen Preis wollen und bereit sind, den Boden vorher aufzuräumen. Wer hohe Schwellen, viele Hochflorteppiche oder saubere Ränder will, schaut besser zu einem Modell mit Hubfahrwerk und Ausfahrfunktionen.
Viel Station und starke Hartbodenreinigung, mit Schwächen bei Rändern, Schwellen und Kleinteilen.
Fazit
Der Roborock Qrevo S überzeugt mit Saugleistung, Wischergebnis und einer praktischen Station. Abstriche gibt es bei Randreinigung, Hinderniserkennung und Schwellen. Wer überwiegend Hartböden hat und unter 1.000 € bleiben möchte, bekommt ein sehr rundes Gerät.


