Der Ecovacs GOAT A1600 LiDAR Pro ist ein Mähroboter ohne Begrenzungsdraht für Flächen bis 1.600 m². Er navigiert per Dual-LiDAR (was LiDAR von RTK unterscheidet, erklärt unser Ratgeber), 3D-ToF-Sensor und KI-Kamera und kommt ohne RTK-Antenne aus. Dazu bringt er einen integrierten Fadentrimmer für die Rasenkanten mit. Hier steht, was er kann und wo er Schwächen zeigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Flächen bis 1.600 m², bis 50 % (27°) Steigung laut Hersteller
- Navigation per LiDAR und Kamera, unabhängig von Satelliten und Antenne
- Integrierter Trimmer für Rasenkanten
- Herstellerpreis zuletzt 799 € (UVP 1.499 €), Garage extra oder im Paket
Technische Daten
Lieferumfang und Aufbau
Im Karton liegen Mäher, Ladestation mit Netzteil, Montagematerial, Ersatzmesser sowie Trimmermodul mit Bürsten und Faden. Der Aufbau dauert etwa zehn Minuten. Das Trimmermodul wird am Gerät befestigt, ein passender Schraubendreher fehlt im Lieferumfang. Die Ladestation lässt sich auf dem Rasen oder knapp außerhalb der Mähfläche aufstellen. Eine Garage ist nicht enthalten, es gibt sie als Zubehör oder im Paket.
Einrichtung und Kartierung
Zuerst vergibst du am Gerät eine PIN, dann koppelst du den Mäher per Bluetooth und WLAN mit der App. Direkt danach kommt ein Firmware-Update, das nach wenigen Minuten durch ist. Die App führt durch Kurz-Tutorials. Sieh sie dir einmal an, sie lassen sich später nur bei einer Neukartierung wieder aufrufen.
Die Kartierung erfolgt entweder manuell mit einem virtuellen Joystick am Rasenkante oder automatisch, wenn die Grenzen klar erkennbar sind. Bei der automatischen Variante sollte der Trimmer nach innen zeigen, und gutes Licht hilft. Danach legst du Zonen, Sperrflächen und Mähpläne an. Die Begriffe „Perimeter“ und „Grenzen“ sind in der App anfangs verwirrend.
Navigation und Fahrverhalten
Der Mäher fährt strukturierte Bahnen und deckt die Fläche gleichmäßig ab. LiDAR, ToF-Sensor und Kamera sorgen für gute Orientierung, auch unter Bäumen und an Hausrückseiten, wo Satellitensignal fehlt. Trotz fehlendem Allradantrieb bleibt er auch auf unebenem Gelände meist in Bewegung. In sehr engen Bereichen schneidet er gelegentlich Ecken ab.
Ein Punkt verdient Beachtung: Durch das Trimmermodul ist der Mäher breit. Eine nur 70 cm breite Verbindung zwischen zwei Rasenflächen konnte er in einem Vergleichstest nicht passieren. Miss deshalb enge Durchgänge vor dem Kauf.
Mähergebnis und Trimmer
Die zwei Messerscheiben liefern ein sauberes, gleichmäßiges Schnittbild. Ausgelassene Stellen nach Hindernissen fährt er später erneut an. Auf großen, zusammenhängenden Flächen spielt er seine Leistung aus.
Der Trimmer arbeitet mit rotierenden Fäden an offenen Rasenkantenn und liefert dort ein sichtbar besseres Ergebnis als reine Mittelmäher. Bei klassischen Kanten mit Mauern oder Steinen ersetzt er die Handarbeit nicht vollständig. An niedrigen Mauern unter etwa 10 cm berichten Anwender von Problemen, weil die Seitenbürste aufsetzen kann. Die Trimmerhöhe ist nicht einstellbar. Der Fadenverschleiß ist hoch, laut App halten die Fäden etwa 300 bis 350 Einsätze.
Hinderniserkennung und Sicherheit
Große Objekte wie Gartengeräte, Schaukel oder Trampolin erkennt er zuverlässig. Kleine Gegenstände werden nicht immer erkannt und teils mit hörbarem Kontakt überfahren. Räum deshalb Kleinteile vorher weg. Unter überhängenden Ästen bleibt der Rasen im Standardmodus ungemäht, hier hilft in der App eine Zone mit reduzierter Hinderniserkennung. Beim Trimmen hält der Mäher etwa 1,5 m Sicherheitsabstand, und der Trimmer stoppt, sobald sich jemand nähert.
Lautstärke, App und Wartung
- Der normale Mähbetrieb ist leise, Räder und Messer sind hörbar, aber nicht störend.
- Der Trimmer ist deutlich lauter und klingt wie ein klassischer Rasentrimmer. Am frühen Morgen oder am Sonntag ist er ungünstig.
- Die App ist funktionsreich, hat aber Schwächen bei Übersetzung und Menüstruktur. Updates kommen direkt über die App.
- Wartung beschränkt sich auf Reinigung, Messer, Sensoren, Trimmerfaden und Seitenbürsten (etwa alle zwei Monate). Alle Punkte zeigt die App an.
- Die Home-Assistant-Einbindung läuft über die Ecovacs-Cloud.
Vorteile und Nachteile im Überblick
- ✓Präzise LiDAR-Navigation ohne Draht und ohne RTK-Antenne
- ✓Sehr gleichmäßiges Schnittbild durch strukturiertes Bahnenmähen
- ✓Hohe Flächenleistung, bis 1.600 m²
- ✓Integrierter Trimmer spart Nacharbeit an offenen Rändern
- ✓Sicherheitskonzept: Trimmer schaltet bei Annäherung ab
- ✓Viele Zonen- und Planungsfunktionen in der App
- ✓Leiser Mähbetrieb ohne Trimmer, überschaubare Wartung
- ✓Fairer Preis seit der Preissenkung, 3 Jahre Garantie
- ✗Trimmer laut, nicht höhenverstellbar, Fäden verschleißen
- ✗Durch das Trimmermodul breit: sehr enge Durchgänge (ca. 70 cm) können zum Problem werden
- ✗Kleine Hindernisse werden nicht immer erkannt
- ✗Unter tiefen Ästen lässt der Mäher im Standardmodus Flächen aus
- ✗Im Vergleich zum A3000 kleinerer Akku (3.000 mAh), das begrenzt die Reichweite
- ✗App-Übersetzung und Struktur noch nicht ausgereift
- –Kein Allradantrieb, aber laut Anwendern gute Traktion auch auf unebenem Gelände
- –Garage nicht im Lieferumfang, als Zubehör oder im Paket erhältlich
- –Trimmer lässt sich als Kit nachkaufen (ca. 35 €)
- –Home Assistant läuft über die Ecovacs-Cloud
Für wen lohnt er sich?
Der A1600 passt zu großen, klar strukturierten Gärten mit offenen Rändern, vielen Bäumen oder Hausrückseiten ohne GPS-Empfang. Weniger geeignet ist er für sehr verwinkelte Gärten mit schmalen Durchgängen, für Rasen mit niedrigen Mauerkanten oder wenn du Wert auf einen leisen Betrieb auch am Rand legst.
Fazit
Der GOAT A1600 LiDAR Pro ist ein leistungsstarker, drahtloser Mähroboter mit sauberem Schnittbild und präziser Navigation. Der Trimmer ist ein nettes Extra, ersetzt aber nicht jede Handarbeit und hat Eigenheiten bei Lautstärke und Verschleiß. Zum aktuellen Preis von rund 800 € ist er für große, übersichtliche Gärten eine sehr gute Wahl. Wer enge Passagen oder viele Kleinteile im Garten hat, sollte vor dem Kauf nachmessen.
Starke Navigation und sauberer Schnitt für große, übersichtliche Gärten. Nachteile: lauter Trimmer, Breite und Kleinteile-Erkennung.


