Der Worx Landroid Vision M600 verzichtet auf Draht und Antenne. Eine Kamera mit KI erkennt Rasen, Hindernisse und Grenzen. Das klingt nach dem einfachsten Weg zum drahtlosen Mähen, doch die Testergebnisse gehen weit auseinander. Hier steht, was die Praxis zeigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kamera-KI ohne Antenne und ohne RTK, für Rasen bis 600 m² und 30 % Steigung
- Aufstellen ist schnell, die Software-Einrichtung kann hakelig sein
- Für Kommunikation braucht der Garten WLAN, gemäht wird nur bei Tageslicht
- Fahrmuster unregelmäßig, am Rand bleibt ein eher breiter Streifen
- Testergebnisse schwanken stark: von sehr gut bis ausreichend (Stiftung Warentest 3,7)
- PowerShare-Akku (2 Ah) passt zu Worx-Werkzeugen, ist für große Flächen aber klein
- Leise (59 dB) und robust verarbeitet, Preis ab etwa 480 €
Technische Daten
Lieferumfang und Aufbau
Zum Lieferumfang gehören Mäher, Ladestation, Netzteil, der 20-V-Akku mit 2 Ah, 5 m Magnetband, 16 Heringe, Schrauben, Ersatzmesser, Inbusschlüssel und zwei RFID-Tags. Der Aufbau dauert nur wenige Minuten: Station zusammenbauen und aufstellen, Strom anschließen, Akku einsetzen, Mäher in die Station stellen, einschalten.
Wichtig: Stelle die Ladestation parallel zur Rasenkante auf. In einem Praxistest meldete das Gerät, die Mähzone nicht zu erkennen, weil die Station rechtwinklig stand.
Einrichtung und Kartierung
Laut Hersteller brauchst du keine Kartierung, du stellst den Roboter auf den Rasen. In der Praxis fuhr der Mäher den Rand zweimal ab, um eine digitale Karte zu erstellen. In der App kannst du die Rasengrenze mit der Handykamera filmen, um das zu beschleunigen.
Bei einem frühen Testgerät brauchte der Mäher ein Firmware-Update, das nur per USB-Stick gelang. Neuere Geräte haben die aktuelle Firmware vorinstalliert. Der Herstellerservice half im Test schnell. Für Updates und App brauchst du WLAN im Garten.
Navigation und Fahrverhalten
Die Kamera verarbeitet laut Hersteller alle 0,05 Sekunden ein Bild. Der Mäher fährt in einem zufälligen Muster, was ein natürliches Rasenbild ergibt, aber kein Streifenmuster. Bei klar abgegrenzten Rasenkanten arbeitet er sehr gut. Wenn der Rasen ohne klare Kante in Wildkraut oder Schotter übergeht, verirrt er sich gelegentlich.
Das Zonenmanagement gilt als schwach, Zonenwechsel laufen über RFID-Marker und Magnetband. Mähen kann er nur bei Tageslicht, ein LED-Licht für Nachtbetrieb ist optional.
Mähergebnis und Kanten
Der Mäher hat 18 cm Schnittbreite, Cut-to-Edge und eine selbstnivellierende Messerscheibe. Die Schnitthöhe stellst du manuell zwischen 30 und 60 mm ein. In einem Praxistest wurde der Rasen über die Saison dichter und grüner. Am Rand bleibt allerdings ein eher breiter Streifen stehen.
Die Testbewertungen zum Mähen schwanken stark. Stiftung Warentest bewertete das Modell 2024 mit ausreichend (3,7), Konsument sah das Mähen 2024 als weniger zufriedenstellend. Andere Tests vergaben Noten bis 1,3.
Hinderniserkennung und Sicherheit
Die Full-HD-Weitwinkelkamera mit HDR erkennt Hindernisse und reagiert laut Hersteller sehr schnell. Im Test wich der Mäher Hindernissen rechtzeitig aus. Ein Regensensor ist vorhanden. Für Diebstahlschutz gibt es das optionale Modul Find My Landroid, das den Mäher bei Verlassen des Grundstücks sperrt und meldet.
Lautstärke, App und Wartung
Mit 59 dB arbeitet er angenehm leise. Die Verarbeitung wirkt robust, das Gehäuse lässt sich mit dem Schlauch abspülen (IPX5). Die Landroid-App erlaubt Zeitpläne und Zonen, Over-the-Air-Updates halten die Software aktuell. Der Akku gehört zum PowerShare-System und passt in andere Worx-Werkzeuge. Für große Rasenflächen ist die Kapazität von 2 Ah eher klein.
Vorteile und Nachteile im Überblick
- ✓Keine Antenne, kein Draht
- ✓Aufbau in wenigen Minuten
- ✓PowerShare-Akku passt zu Worx-Werkzeugen
- ✓Leise (59 dB) und robust verarbeitet
- ✓Gute Hinderniserkennung per HDR-Kamera
- ✓Over-the-Air-Updates, guter Herstellerservice
- ✓Wetteradaptive Zeitplanung
- ✓Funktioniert bei klaren Rasenkanten sehr gut
- ✗Testnoten schwanken von sehr gut bis ausreichend
- ✗Zufälliges Fahrmuster, eher breiter Randstreifen
- ✗WLAN im Garten nötig
- ✗Mäht nur bei Tageslicht ohne optionales Licht
- ✗Verirrt sich bei unklaren Rasenkanten
- ✗Akku mit 2 Ah für größere Flächen knapp
- –Multi-Zonen über RFID-Marker und Magnetband
- –Diebstahlschutz nur mit optionalem Modul
- –IPX5, abspülbar
- –Ladestation muss parallel zur Rasenkante stehen
Für wen lohnt sich das Gerät?
Der M600 passt zu kleinen bis mittleren Gärten mit klar abgegrenzten Rasenkanten, WLAN im Garten und überschaubaren Ansprüchen. Wer viele Zonen, Hänge, unklare Ränder oder ein sehr sauberes Mähergebnis möchte, sollte ein Modell mit LiDAR oder RTK wählen.
Einfach aufgestellt, aber mit schwankendem Mähergebnis.
Fazit
Der Worx Landroid Vision M600 ist der unkomplizierteste Einstieg ohne Draht und ohne Antenne und punktet mit Akku-System, Lautstärke und Hinderniserkennung. Die Tests zeigen aber, dass das Mähergebnis und der Randschnitt nicht überzeugen müssen. Ein guter Kandidat für kleine, klar begrenzte Gärten, eher nicht für anspruchsvolle Flächen.


