Zu viel, zu wenig oder zur falschen Zeit gegossen: Das ist der häufigste Grund für kümmernde Pflanzen. Mit ein paar Faustregeln gießt du effizienter, sparst Wasser und stärkst Rasen, Beete und Gemüse. Die Mengen sind Richtwerte und hängen von Boden, Wetter und Pflanzen ab.
Wann ist die beste Zeit zum Gießen?
Am besten früh am Morgen. Der Boden ist kühl, es verdunstet wenig, und die Pflanzen starten mit Wasser in den Tag. Abends gießen ist die zweitbeste Wahl, allerdings bleibt das Laub länger nass, was Pilzkrankheiten und Schnecken begünstigen kann. Die Mittagshitze solltest du meiden, weil ein großer Teil des Wassers verdunstet, bevor er den Boden erreicht.
Wie gießt du richtig?
- Selten, aber durchdringend: Lieber einmal gründlich als täglich ein bisschen. Tiefes Gießen fördert tiefe Wurzeln und macht Pflanzen widerstandsfähiger.
- An den Wurzeln gießen: Bei Beeten, Gemüse und Stauden das Wasser direkt an den Boden geben, nicht über die Blätter.
- Langsam gießen: Der Boden nimmt Wasser besser auf, es läuft weniger ab.
- Regenwasser nutzen: Es ist weich und spart Leitungswasser.
Wie viel Wasser braucht welcher Bereich?
Als Faustregel gilt: Ein Liter pro Quadratmeter entspricht einem Millimeter Wasserhöhe. Die folgenden Werte sind Richtwerte für trockene Wochen:
- Rasen: etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Woche, am besten in ein bis zwei Gaben
- Gemüsebeete: etwa 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter, je nach Kultur zwei- bis dreimal pro Woche
- Blumenbeete und Stauden: etwa 10 Liter pro Quadratmeter, nach Bedarf
- Neu gepflanzte Gehölze: in den ersten Wochen regelmäßig und gründlich
- Töpfe und Kübel: öfter, weil sie schneller austrocknen
So misst du, wie viel dein Sprenger abgibt
Stelle mehrere flache Dosen oder Gläser auf die Fläche und lass den Sprenger laufen. Eine Wasserhöhe von einem Zentimeter entspricht zehn Litern pro Quadratmeter. So siehst du, wie lange du bewässern musst, und erkennst Stellen, die zu wenig bekommen.
Boden und Wetter berücksichtigen
- Sandboden: speichert wenig Wasser, deshalb häufiger und mit kleineren Mengen gießen.
- Lehmboden: hält Wasser länger, seltener gießen, aber auf Staunässe achten.
- Heiße, windige Tage: Der Bedarf steigt deutlich.
- Nach Regen: Prüfe mit dem Finger, wie feucht der Boden in fünf bis zehn Zentimetern Tiefe ist.
- Mulchen: Eine Schicht Rasenschnitt oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden.
Gießen automatisieren
Wer viel Fläche hat oder oft unterwegs ist, kann die Bewässerung automatisieren. Eine Steuerung am Wasserhahn öffnet das Wasser nach Zeitplan, berücksichtigt Wetterdaten und lässt sich per App steuern. Ein Beispiel ist die Gardena smart Water Control. Mit einem Bodenfeuchtesensor wird aus der Zeitsteuerung eine bedarfsgerechte Bewässerung: Es wird nur gegossen, wenn der Boden trocken ist. Für Beete eignet sich außerdem eine Tropfbewässerung, die das Wasser direkt an die Wurzeln bringt.
Typische Fehler
- Täglich nur wenig gießen
- Mittags in der Hitze gießen
- Blätter und Blüten bei Sonne benetzen
- Staunässe im Topf oder Beet
- Bewässerung im Winter nicht frostsicher abbauen
Früh morgens, selten und durchdringend gießen, den Boden prüfen und die Menge an Wetter und Boden anpassen.


